Die Hundeversteher

Der Blog zur Seite

Angstaggression oder wie viel „Führung“ braucht ein Hund?

| 6 Kommentare

Angstaggression kann sich in vielen Formen zeigen. Wichtig ist, sie zu erkennen um optimal darauf eingehen zu können. Durch die konsequente Führung eines ängstlichen Hundes kann man ihm durch seine Angstwelt helfen.

Diesen August haben wir einige Urlaubshunde bei uns. Jeder Hund der zu uns kommt, wird sofort in das interne Regelwerk eingeführt sonst klappt das auf Dauer nicht und endet im Chaos. Bei uns sieht das so aus, dass die Hunde in der Wohnung nicht spielen sondern ruhen sollen (Ausnahmen bestätigen die Regel) und draußen durch ausgiebige Spaziergänge und Übungen beschäftigt werden. Diese geregelten Abläufe geben unseren Urlaubshunden in kurzer Zeit sehr viel Sicherheit und vermindern so den Wehmut nach Frauchen und Herrchen.

Natürlich braucht ein Hund auch in seinem eigenen „Rudelverband“ klare Regeln. Umso klarer die Regeln und Tagesstrukturen umso mehr Sicherheit bekommt ein Hund. Man kann es auch als roten Faden beschreiben an dem sich der Hund orientieren kann.

Eine unsichere Hündin macht bei uns Urlaub

Aktuell haben wir eine Urlaubshündin da, der diese Strukturen etwas fehlen, erschwerend kommt hinzu, dass die Besitzer auch nicht immer einer Meinung sind. Das ist für die Hündin, die von Natur aus nicht so sicher ist, natürlich suboptimal.

Jetzt gibt es Hunde, die in solch einer Situation zurückgezogen reagieren. Wenig auffallen, still und leise sind und jedem Stress aus dem Weg gehen. Bei besagtem Urlaubshund, sieht das aber leider so aus, dass sie nach dem Motto „Angriff ist die Beste Verteidigung“ verfährt. Zudem ist sie extrem frustriert da ihr Verhalten nicht das gewünschte Ergebnis erzielt. Denn andere Hunde erkennen sofort, dass sie nicht souverän agiert und zeigen ihr das klar und deutlich. Ein Teufelskreislauf entsteht.

Unsere Erfahrung zeigt, dass man solch unsichere Hunde möglichst viel anleiten muss. Jede Hundebegegnung will gemanagt sein und jede andere Situation in der die Hündin unsicher ist und unsere Hilfe sucht. Und Hunde zeigen uns sehr deutlich, wenn wir ihnen helfen sollen. Sie stellen sich hinter uns sind um uns wenn es zu viele andere Hunde sind, usw. Gehe ich als „Rudelobrigkeit“ darauf nicht ein und lassen den Hund mit der Situation allein, wird das Vertrauen in Mitleidenschaft gezogen.

Fazit: Hunde brauchen Führung – aber individuell

Umso mehr wir diese Hunde also durch die Umwelt führen, desto größer wird das Vertrauen. Wenn unsere Hunde merken, dass wir die Situationen in Griff haben, müssen sie nicht mehr angreifen oder selber anderweitig selbst reagieren.

Sie ist jetzt den 5. Tag da und darf mittlerweile ohne Leine laufen. Sicher gibt es noch die ein oder andere Situation in der man sie auch in ihre Schranken weisen muss aber meistens ist es so, dass unsichere Hunde froh sind, Verantwortung abzugeben – so auch unser Urlaubshund.

6 Kommentare

  1. Da fragt man sich beim lesen ja schon, ob man nicht irgendwie auf den Kopf gefallen ist.

  2. Wie ist das gemeint?
    Gruß, Massimo

  3. Super Artikel, jetzt muss ich nur noch jemanden finden der Ahnung davon hat und mir das ganze nochmal im Detail erklären kann.

  4. Hallo,
    der Artikel ist supergut. Er kann nur von Leuten verstnden werden, die sich mit dem Hundeverhalten und dem so umstrittenem
    “Hundisch” auseinandersetzen. Leider tun das die wenigsten HuHa

  5. Pingback: Die Hundeversteher » Deutschen Schäferhunde sind aggressiv, Mythos oder Realität? TEIL 2

  6. auch hier noch einmal – vielen Dank für diese Anleitung hier. Ich habe sie natürlich ausprobiert. Und es hat natürlich auch (irgendwie) geklappt. :) Nur leider wollte ich (mal wieder) mehr…

Hinterlasse eine Antwort