Die Hundeversteher

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Von aufgedrehten und hibbeligen Hunden

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Oftmals kommen wir zu einem neuen Kunden nach Hause und finden einen völlig aufgedrehten Hund vor, der kaum an sich halten kann und einfach nicht runter kommt. Im Analysegespräch kommt dann ganz häufig ein Satz um den wir uns heute mal kümmern wollen. Dieser lautet: Der Hund lernt total schlecht und will sich überhaupt nicht konzentrieren!

Grundsätzlich braucht ein Hund viel Ruhe. Bei Hunden spricht man da von  ca. 14h – 18h pro Tag. Zeiten in denen er runter kommen kann, Erlerntes verarbeitet und den Kopf frei für “Neues” bekommt. Es gibt Hunde, die von sich aus eher ein ruhiges Gemüt haben und damit Hundebesitzer, die diese Problematik nicht kennen. Doch viele Hunde sind sehr aktiv, zu aktiv und da gibt es verschiedene Ursachen und auch klare Lösungswege.

Rassespezifische Merkmale und zu viele Aufgaben

Zum einen berücksichtigen wir bei der Analyse immer die rassespezifischen Merkmale des Hundes, Rassen wie z.B. Collies, Malinois, Jack Russel usw. bringen schon eine erhöhte Aufmerksamkeit mit – so ein gewisses Grundrauschen. Zum anderen betrachten wir auch die Lebenssituation des Hundes. Hat er Rückzugsmöglichkeiten, wird auf Ruhezeiten geachtet oder arbeitet der Hund ohne das der Besitzer das registriert?

Was heißt denn „der arbeitet“, wird sich jetzt der ein oder andere Leser fragen? Das möchten wir anhand eines konkreten Beispiels veranschaulichen:

Ein Hund in einem Ladengeschäft. Der Hund läuft immer wieder seine Runden durch den Laden, liegt vor der Eingangstür oder an strategisch wichtigen Plätzen, von denen aus er alles unter Kontrolle hat und jeder Kunde der reinkommt wird inspiziert und für gut oder schlecht befunden. Wenn er für schlecht empfunden wird (Gründe spielen jetzt mal keine Rolle) fängt der Hund an, die Kunden zu bewachen – auf Schritt und Tritt. Benehmen sie sich aus seiner Sicht daneben, wird schon mal gemaßregelt z.B. durch anknurren. Und das jeden Tag.

Soll der Hund wirklich so arbeiten?

Was passiert hier? Der Hund arbeitet. Aus seiner Sicht sorgt er dafür, dass alles seinen Gang geht. Er bewacht und managt den Laden. Da er das den ganzen Tag macht, schläft er nie wirklich und kann so auch nicht entspannen. Zudem kommt noch Frust hinzu, da er in einer Menschenwelt versucht hundisch Ordnung zu halten – das kann nicht funktionieren. Ob der Hund das nun im Haus, im Garten oder in einem Laden tut, spielt keine Rolle. Das einzige was es zu verstehen gilt: Der Hund kann nicht entspannen und ein Hund der nicht entspannt ist, kann nicht lernen, ist aufgedreht usw.

Die Lösung ist eigentlich einfach

Die ergriffenen Maßnahmen sahen in diesem Fall so aus, dass wir den Hund arbeitslos gemacht haben und ihm Ruhe verordnet haben, in dem er viel mehr und nur noch auf seinem zugewiesenen Platz liegen muss. Des Weiteren hat er gezielte Beschäftigung bekommen. Vorzugsweise Konzentrationsübungen wie z.B. Nasenarbeit und Denksport usw. Und danach immer wieder Ruhe, in diesem Fall um das Erlernte auch zu verarbeiten.

Fazit des Ganzen: Viel Ruhe führt zu einem ruhigen Hund. Die Erfahrung hat gezeigt, dass man durch konsequente Auslastung über Kopfarbeit und gleichzeitiges verordnen von Ruhe, jeden Hund zu einem entspannten Familienmitglied machen kann. Und: Ein Hund der ausgeruht ist, lernt sooooo viel besser.

Bei Fragen stehen wir Euch natürlich immer gern zur Verfügung.

Eure Bea und Euer Massimo

2 Kommentare

  1. Gewohnt naiv und einmensional.Prädikat: Laienwissen werbewirksam verpackt. So kennt man Euch.

  2. Liebe Manu,

    danke für den qualifizierten Kommentar. So lässt sich konstruktiv am Besten diskutieren. Vielleicht fällt dir ja noch was inhaltlich wertvolles dazu ein, dann kommentieren wir das gern. :D

    Liebe Grüße, Bea & Massimo

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