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Ein Hund ist aggressiv: Verstehen und reagieren

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Zwei gute Nachrichten gleich Vorweg:

  1. Aggression ist nicht automatisch gefährlich.
  2. Als Hundebesitzer habt ihr Einfluss auf aggressives Verhalten.

Bevor ihr anfangt, mit eurem Hund an aggressivem Verhalten zu arbeiten, ist es wichtig zu verstehen, was Aggression eigentlich ist und wo sie herkommt. Im ersten Teil unseres Blogbeitrags sammeln wir Grundlageninformationen zu einem Thema, das oftmals emotional anstatt sachlich diskutiert wird.

Aggression als Teil der Kommunikation

Drohgebärden, Imponiergehabe, Knurren, Bellen und schließlich Beißen: All diese Verhaltensweisen sind Kommunikationssignale von Hunden. Es sind Signale, die auf Spannungen hindeuten. Ein Hund ist aggressiv, wenn es ungelöste Spannungen in ihm oder im Zusammenleben mit anderen gibt. Diese entladen sich über sein Verhalten.

Das bedeutet: In ihrem Ursprung ist Aggression weder gefährlich noch grundsätzlich vermeidbar, erfordert jedoch immer eine Antwort. Ignoriert man die Anfänge aggressiven Verhaltens, zum Beispiel wiederholtes, drohendes Knurren, kann sich gefährliches Verhalten daraus entwickeln. Mit Verharmlosung oder falsch verstandener antiautoritärer Erziehung tut man dem Hund, der Umwelt und sich selbst keinen Gefallen.

Der erste Schritt: Spannungen erkennen

Zeigt euer Hund aggressives Verhalten, ist es entscheidend, dass ihr den Ursprung der Spannung findet. Nur dann könnt ihr sie auflösen. Ursachen können sein:

  • Reize in der Umwelt des Hundes stören seine Ruhe. Das können unbekannte, laute Geräusche, lockende Gerüche oder einfach nur ein neuer Gegenstand in seinem gewohnten Umfeld sein.
  • Der Hund ist krank: Schmerzen verursachen große Spannungen in jedem Lebewesen, leidet der Hund körperlich oder psychisch, kann sich das in aggressivem Verhalten äußern.
  • Die Verhältnisse zwischen Mensch und Hund sind nicht geklärt: Gebt ihr eurem Hund keine starke Führung, wird er – je nach Charakter – eure Stellung in der Partnerschaft offensiv in Frage stellen oder sich ängstlich zurückziehen. In beiden Fällen ist ein gespanntes Verhältnis vorhanden.
  • Die Verhältnisse zwischen zwei oder mehreren Hunden sind nicht geklärt: Treffen Hunde auf Artgenossen, werden über Gerüche, Mimik oder Verhalten Informationen ausgetauscht. Dabei können Spannungen entstehen, wenn eine Rangordnung festgelegt werden soll. Oder aber, wenn einer der Hund aufgrund von schlechter Sozialisation seine Artgenossen nicht richtig versteht.

Offensiver Rebell oder unsicherer Angsthund

Sowohl ein selbstbewusster als auch ein unsicherer Hund ist unter Spannung aggressiv. Wie ihr auf die Aggression reagiert, ist neben der Spannungsursache abhängig von seinem Charakter. Grundsätzlich brauchen unsichere Hunde mehr Vertrauen, selbstbewusste Hunde eine klarere Festlegung der Führungsrolle.

An der Körpersprache eures Hundes könnt ihr sehr sicher ablesen, ob er eher unsicher oder selbstbewusst ist. Unsichere Hunde zeigen eine zurückgezogene, beschwichtigende Körperhaltung. Selbstbewusste Hunde gehen mit dem ganzen Körper offensiv nach vorn, wenn sie aggressiv werden. Wenn ihr Spannung und Charakter eures Hundes verstanden habt, ist es an euch, einzugreifen. Welche Möglichkeiten es gibt, mit einem aggressiven Hund zu arbeiten, lest ihr im zweiten Teil des Blogbeitrags.

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