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Aggressiver Hund ist nicht gleich aggressiver Hund

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Für jede aggressive Verhaltensweise gibt es eine Antwort. Aber keine Standard-Antwort. Aggression hat unterschiedliche Auslöser, das haben wir im ersten Teil dieses Posts beschrieben. Dazu kommt der spezifische Charakter des Hundes. Beides zusammengenommen ergibt die Problemsituation. In dieser Situation führt ihr als Hundehalter den Hund weg vom aggressiven Verhalten.

Aber beachtet: Die Korrektur eines aggressiven Hundes erfordert Erfahrung. Verspürt ihr auch nur den Hauch einer Unsicherheit, holt euch professionelle Hilfe von einem Hundetrainer. Er weiß mit Ausnahmesituationen umzugehen.

Schmerz beseitigen, Aggressionen lösen

Wenn es keine spezifische Situation ist, die euren Hund zum Knurren, Bellen oder Beißen veranlasst, kann Schmerz hinter der Aggression stecken. Unterzieht euren Hund einem umfassenden Check beim Tierarzt. Stellt er auf Anhieb nichts fest, ist es ratsam, dem Tier einige Tage Schmerzmittel zu verabreichen. Legt sich die Aggression, steckt doch ein körperlicher Schmerz dahinter.

Angst vor der Umwelt

Angenommen euer Hund reagiert auf stark befahrene Straßen mit Bellen, so stellt die Straße für ihn ein Umweltreiz dar, der Spannungen auslöst. Die Straße kann beliebig durch eine Baustelle, eine neue Wohnung oder Nachbars laute Musik ersetzt werden. In vielen Hunden rufen diese starken Umweltreize Unsicherheit oder Angst hervor.

Eurer Beobachtungsgabe kommt jetzt eine entscheidende Rolle zu: Ignoriert jedes angstaggressive Verhalten. Zeigt ein aggressiver Hund für einen Moment neutrales oder positives Verhalten, gegenüber dem Reiz, lobt ihn sofort. Wenn euch euer Hund vertraut und euch als Leiter akzeptiert, habt ihr selbstverständlich bessere Karten, ihm seine Angst zu nehmen.

Aggression gegenüber Menschen

Wenn euer Hund euch oder andere Menschen anknurrt, anbellt oder sogar schnappt, ist schnelles Handeln gefragt, denn das geht entschieden zu weit.

  • Selbstbewusste Hunde mit offensivem Aggressionsverhalten korrigiert man auf der Stelle mit glasklaren Ansagen. Die Korrektur orientiert sich an der Stärke der Aggression. Einen knurrenden Hund weist man feiner auf sein Fehlverhalten hin, als einen Schnappenden.
  • Unsichere Hunde, die aus einer zurückgezogenen Haltung Aggression zeigen, versucht ihr zu entkrampfen. Aber Vorsicht: Macht nicht den Fehler und bestätigt den Hund in seiner Angstaggression. Erst wenn ein aggressiver Hund mit Angst sein Verhalten einstellt, begebt ihr euch auf Augenhöhe mit ihm und schafft Vertrauen.

Angespanntes Verhalten in der Hundegruppe

Spannungsvolles Verhalten zwischen Hunden müsst ihr zuallererst richtig einordnen. Manche Hundehalter sehen bereits im Spiel- und Sozialverhalten Aggressionen. Aufmerksames Beschnüffeln, ein kurzes Bellen oder ein unterwürfiges auf den Boden legen oder gelegt werden, sind natürlich und erlaubt. Brecht ihr diese Interaktion allzu früh ab und korrigiert den „aggressiven Hund“ beschneidet ihr das Tier in seinem Sozialleben.

Spielt sich euer Hund wie Rambo auf der Hundewiese auf, ist es klar, dass ihr einschreitet. Ungeregelte Treffen mit anderen Hunden sind vorerst Tabu. Organisiert Treffen mit einzelnen Hunden, natürlich ist die Leine jetzt Pflicht. Legt euer Hund das aggressive Verhalten ab, vergrößert ihr die Gruppe Schritt für Schritt. Leinenloses, entspanntes Zusammentreffen mit anderen Hunden ist das Ziel.

Neben Leine, prompter Korrektur und Abbruch negativer Interaktionen ist dafür Geduld entscheidend: Beendet den Kontakt zu anderen Hunden nicht, weil ihr Angst vor der Aggression habt. Hunde sind soziale Wesen und gehören in Gesellschaft zu Artgenossen. Bevor ihr eurem Hund das verweigert, holt euch professionelle Hilfe.
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